Aufgrund des erheblichen, immer noch weitgehend unterschätzten Potenzials von Böden, Kohlenstoff zu speichern (Kohlenstoffsenke) oder freizusetzen (Kohlenstoffquelle), bedarf es dringend einer Einbeziehung der Böden in die Diskussionen und Verhandlungen um globalen Klimaschutz. Die Kohlenstoffbindung der Böden (Senkenfunktion) ist systematisch zu fördern.
Dabei sind auch die Moore zu berücksichtigen, die jedoch nicht zu den produktiven Böden zählen; denn in ihren ständig nassen Substraten kann sich kein Humus bilden, sondern nur Torf ansammeln. Dieser hat aber die höchste Speicherfähigkeit für Kohlenstoff: Pro Hektar speichern Moore im Mittel 700 Tonnen Kohlenstoff, sechsmal so viel wie Wald abhängig vom Moortyp und vom Klima. Rund 30 % des weltweiten Bodenkohlenstoffs sind in Mooren gespeichert, obgleich sie nur 3 % der Landfläche bedecken.
Das Kohlenstoff-Speicherpotential der Moore und Anmoore liegt in Deutschland zwischen 1.300 und 2.400 Millionen Tonnen Kohlenstoff und ist der größte terrestrische Kohlenstoffspeicher auf nur etwa 3–4 % der Landesfläche. Andererseits emittieren Moore aber auch, abhängig von der Höhe des Grundwasserstandes, das Treibhausgas Methan.
Wenn Moore entwässert werden, wandelt sich der Torf in fruchtbaren Humus um. Daher sind mit steigendem Nahrungsbedarf seit dem 18. Jahrhundert rund 95 % der Moore entwässert und zu produktiven Landwirtschaftsflächen gemacht worden. Dass damit eine gefährliche Quelle von Treibhausgasen geöffnet wurde, kam erst mit der Erkenntnis des Klimawandels seit den 1980er Jahren ins Bewusstsein. Denn aus einem Hektar entwässertem und als Acker genutztem Niedermoor entweichen jährlich bis zu 40 Tonnen klimaschädlicher Gase.
Länder wie Indonesien, das wegen des Abbaus der Torfmoore (und Rodung der Regenwälder) zu den größten CO₂-Emittenten weltweit gehört, brauchen dringend Unterstützung bei der Suche nach Alternativen.
Die von Klimaschützern geforderte allgemeine Wiedervernässung kultivierter Moore zwecks Verstärkung der Kohlenstoffspeicherung ist jedoch problematisch, weil sie eine weitere Produktions-Intensivierung der übrigen Landwirtschaftsflächen auslösen würde. Außerdem dauert es Jahrzehnte, bis sich nach Wiedervernässung genug Torf als Speichersubstanz gebildet haben wird.
Aber auch Wald bindet Kohlenstoff im Holz und im Boden. Wald schützt vor Erosion und dämpft Hochwasserspitzen. Er wirkt sich positiv auf das lokale bzw. regionale Klima aus. Die Baum- und Strauchvegetation schützt den Boden auch vor Wind- und Wassererosion. Sie hat nicht nur in der Sahelzone oder im Mittelmeerraum sehr günstige Wirkungen auf den Bodenwasserhaushalt. Andererseits liefert Wald nur wenig Nahrung. Seine Kombination mit Ackerbau als Agroforstwirtschaft gewinnt daher an Bedeutung.
Nachhaltige Holznutzung hat im Vergleich zu anderen Werkstoffen eine hervorragende CO₂-Bilanz. Jedoch kommt es auf eine schonende Art der Waldnutzung an! Denn diese hat auf den Boden-Kohlenstoff natürlich erhebliche Auswirkungen.
Darüber hinaus sollte der Bodenschutz als Schlüsselkategorie auch in internationalen und nationalen Biodiversitätsstrategien verankert werden, weil das Bodenleben eine besonders hohe Biodiversität aufweist.
Bei aller Wichtigkeit dieses Gebotes muss auch seine Problematik beachtet werden: Ackerbau als unverzichtbare menschliche Ernährungsgrundlage kann nicht ohne Bodenbelastung und Eingriffe in den Boden durchgeführt werden, was mit Kohlenstoffspeicherung und Biodiversitätsschutz nur schwer vereinbar ist. Jede Ackerbaumaßnahme würde daher einer Abwägung bedürfen, die in der Praxis aber kaum umzusetzen ist und überdies eine gründliche Beratung der Landwirte voraussetzt.
Dieses Gebot erhält durch den Weltklimarat und die verschiedenen darin vernetzten und ihm zuarbeitenden wissenschaftlichen Institutionen (z.B. Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung PIK) die Grundlagen für die Einsatz- und Rechtsvorgaben auf Bundes- und EU-Ebene und somit weltweite Verantwortung.