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Diskussionsbeitrag

Stirbt die Ostsee?

Die Todeszonen in der Ostsee wer den immer größer

Todeszonen im Meer sind Zonen, in denen der Sauerstoff ausgegangen und alles Leben abgestorben ist. 1990 waren die Todeszonen der Ostsee schon etwa doppelt so groß wie das Bundesland Hessen - sie haben sich inzwischen nochmals verdoppelt. Die Todeszonen im Meer breiten sich aus wie die Wüsten an Land - schätzt der WWF. 

Die Todeszonen im Meer entstehen vor allem in Küstennähe zu Industriestaaten. Die UNEP schätzt die Zahl der Todeszonen ohne Fische und andere Meerestiere inzwischen weltweit auf 200. Die Todeszonen finden sich meist an Flussmündungen, welche wegen der Industrielandschaft viel Dünger ins Meer einleiten, hauptsächlich Phosphate und Nitrate. 

So entstehen große Algenflächen. Deren Blüte sinkt später auf den Meeresboden. Es kommt zu Gärungsprozessen, die den Sauerstoff des Wassers verbrauchen und zum Tod der Fische führen. 

Der WWF geht davon aus, dass pro Jahr 35.000 Tonnen Phosphor und über eine Million Stickstoff in die Ostsee gespült werden - zum Großteil aus der Landwirtschaft, die so intensiv düngt, dass die Böden nicht mehr alles Gift aufnehmen können. Die Nährstoffzufuhr in die Meere hat sich seit 1960 weltweit verdreifacht. 

Noch 2007 soll von den Ostsee Anrainerstaaten ein Aktionsplan beschlossen werden, der die Nitratzufuhr in die Ostsee stark reduzieren soll. Deutschland, Schweden und Finnland wollen diesen Plan, doch Dänemark bremst mit Rücksicht auf seine konventionellen Landwirte und deren Pharmaproduzenten. 

Schon in den vergangenen 15 Jahren wollten die Ostsee-Anrainerstaaten die Phosphat- und Nitratzufuhr halbieren - dieses Ziel wurde jedoch nur zur Hälfte erreicht. Die derzeitige Intensivierung der Landwirtschaft in Osteuropa lässt befürchten, dass das Sterben in der Ostsee weitergeht.

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