Buchtipps
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Titel
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Food Crash
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Untertitel
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Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr
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Erschienen
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2011
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Verlag
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Knaur
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ISBN
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9783426411032
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Format
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eBook
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Preis
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7,99
Im Buch Food Crash beleuchtet der Landwirt und Autor Felix zu Löwenstein unterhaltsam die konventionelle und ökologische Landwirtschaft. Wie kann Ökolandbau die Welternährung sichern statt zu Hunger zu führen?
Text:
Wie bitte? Kommt es bei dem explosiven Wachstum der Weltbevölkerung nicht darauf an, möglichst viele Kalorien zu produzieren? Wie kann man da das teurere Bioessen empfehlen? - Man kann nicht nur, man muss! In seinem hier besprochenen Buch beweist Felix zu Löwenstein das sehr fundiert und trotzdem geradezu im Plauderton.
Zuerst zeigt er, dass schon früher Hungerkatastrophen nicht durch Missernten ausgelöst wurden, sondern durch Krieg, Gewalt und Geschäftemacherei. Ohne derartigen Druck können die Menschen sich sehr wohl selbst ernähren. Entwicklungshelfer sind dann zwar nützlich aber ganz und gar nicht notwendig, wie Löwenstein in Haiti beobachtet hat. Haiti ist eins der ärmsten Länder der Welt und die Bauern dort haben einen entsprechend niedrigen Bildungsstand. Mit nur wenig Unterstützung konnten sie sich selbst ernähren und ein geringen Überschuss auf dem Markt verkaufen. Die industrielle Landwirtschaft dagegen hat kein Interesse an der Ernährung von Kleinbauern und an geringen Überschüssen, der geht es um etwas ganz anderes.
Löwenstein verdeutlicht das ganz locker in einer Anekdote. Er war auf der grünen Woche in eine Podiumsdiskussion zum Thema Welternährung geraten, hegte aber einen ganz andern Verdacht: „...um nichts anderes ging es – ums Geschäft. BASF-Vorstand Stefan fasste es in seinem Impulsreferat handlich zusammen: Wir müssen, so erklärte er uns, eine zweite „Grüne Revolution“ anzetteln: Mit Hilfe von Gentechniksaatgut, Düngemitteln, Pestiziden – den Betriebsmittel, die eine moderne Landwirtschaft braucht, um produktiv zu sein. Und dazu funktionierenden Welthandel, damit die Lebensmittel von dort, wo man produktiv ist (also z.B. bei uns) reibungslos zu denen kommen können, die sie für ihre wachsenden Ernährungsansprüche brauchen.“
Nachdem er den Istzustand dargelegt hat, geht der Autor im zweiten Teil des Buches zu dem über, was kommen muss um die Welternährung tatsächlich sicherzustellen. - diesmal mit einem Hinweis auf seinen lockeren Plauderton:
„Vielleicht legen sie das Buch jetzt erst mal weg und holen sich – je nach Tages zeit – eine gute Tasse Tee oder ein Glas Rotwein. Dann kommen Sie wieder, blättern um, und dann legen wir zusammen los.“
Und das geht ganz furios:
„Es macht keinen Sinn, auf eine weitere Intensivierung der industriellen Landwirtschaft zu setzen, die in hohem Maß auf die Zufuhr externer Betriebsmittel – chemisch-synthetische Düngemittel und Pestizide, Futtermittel und gentechnisch konstruierte Lebewesen – angewiesen ist. Gehen wir diesen Weg, dann verheizen wir in einem letzten großen Strohfeuer all das, was künftige Generationen als Lebensgrundlage dienen muss.“
Statt immerzu mehr Energie in die Bewirtschaftung der Äcker zu stecken als hinterher in Form von Nahrungskalorien geerntet wird, muss wieder mit der Natur gewirtschaftet werden. Die Alternative zu industrieller Landwirtschaft ist nicht der Rückfall in vorindustrielle Arbeitsmethoden, sondern eine intelligente „ökologische Intensivierung“. Diesen Begriff erklärt der Geschäftsführer des Weltdachverbandes der Ökolandbewegung, Markus Arbenz:
„Wir brauchen eine Paradigmenwechsel zu einer neuen Strategie, die die Produktionssysteme aufbaut, die sich die Armen leisten können . Sie nutzen auf intelligente Weise die Vielfalt der Natur und die Lösungen, die sie bietet. Sie berücksichtigen die Verschiedenheit der Kulturen und nutzen deren Kenntnisse und praktischen Erfahrungen als Hebel.“
Diesen Paradigmenwechsel skizziert Löwenstein in der zweiten Hälfte des Buches. Auch dabei wird er immer wieder persönlich. Mal geht es um Geschichten von seinem Hof, mal darum, dass Ökoessen nichts mit Verzicht zu tun hat, wenn man den Speisezettel klug plant. Wer noch immer nicht überzeugt ist, dass Ökolandbau die Welternährung sicherstellen kann, wird von diesem Buch genauso profitieren, wie die längst Überzeugten, die noch mehr Argumente brauchen.