Sie sind nicht verbunden. Der Newsletter enthält möglicherweise Benutzerinformationen, sodass diese möglicherweise nicht korrekt angezeigt werden.

Sommer 2026

Sommer 2026

logo_verein_nachhaltigkeit_px90.jpeg

 

Liebe Vereinsmitglieder,

 

heute möchten wir Ihnen Vereinsinternas weitergeben und interessante 

nachhaltige Ideen, Termine und Themen für Ihre Sommerlektüre, bzw. -filme weitergeben. 

 

Wir verabschieden uns von zwei Mitgliedern und Vordenkern - Nachruf auf Prof. Wolfgang Haber und Prof. Karl-Wener Brand

 

Prof. Wolfgang Haber 
Vorreiter und Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit 

Mit großer Anteilnahme nehmen wir im Verein für Nachhaltigkeit e.V. Abschied von Prof. Dr. Wolfgang Haber, der am 13. August 2026 im Alter von 100 Jahren verstorben ist. Er war unser Gründungsmitglied, später auch Ehrenmitglied unseres Vereins. Herr Prof. Haber war einer der bedeutendsten Ökologen Deutschlands und einer der Väter der Landschaftsökologie, der die Dinge ganzheitlich betrachtet hat.  Genau dieses ganzheitliche Denken will der Verein für Nachhaltigkeit in die Wirtschaft und in die Gesellschaft tragen. Haber war ein wichtiges Sprachrohr für dieses Anliegen.

Seit Mitte der 1960er-Jahre prägte er die wissenschaftliche und umweltpolitische Entwicklung des Natur- und Landschaftsschutzes – national wie international. Für die Mitentwicklung der Biotopkartierung, die zu einem wichtigen Standard im Naturschutz wurde, erhielt er 1993 als erster Preisträger den Deutschen Umweltpreis der DBU.

Als Professor an der TU München war er Berater von Universitäten und Forschungsanstalten sowie ein gefragter Experte für die Bundesregierung, der den Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) leitete. Er setzte sich unermüdlich für Umwelt, Landschaft und Nachhaltigkeit ein. Auch international war Herr Prof. Haber aktiv: er war Präsident der International Association of Ecology und gab durch zahlreiche Gastprofessuren in aller Welt sein Denken auch an Studierende weiter.
In Bayern war er an der Einrichtung der Nationalparks Bayerischer Wald und Berchtesgadener Land maßgeblich beteiligt.

Der Verein für Nachhaltigkeit e.V. hat ihm zu Ehren zu seinem 100sten Geburtstag eine Festschrift herausgegeben, die sein Lebenswerk ehrt. Sie ist zu finden unter:
https://nachhaltigkeit-ev.de/images/MUTation/MUTation_Band11_Nachhaltig-hoffen-angesichts-unbequemer-Wahrheiten.pdf

Seine Haltung brachte Prof. Haber einmal treffend auf den Punkt: „Ökologie braucht einen langen Atem, viel Geduld und die Überwindung von Entmutigung.“ Sein Wirken inspirierte Generationen von Studierenden und hat auch die Ausrichtung des Verein für Nachhaltigkeit e.V. geprägt. Es wird nachhaltig fortbestehen.

 

Prof. Karl-Werner Brand 

Prof. i.R. Dr. Karl-Werner Brand (1944-2026) war einer der profiliertesten Denker zur Nachhaltigkeit. Wir trauern um unser Mitglied das überraschend am 7. Februar 2026 verstorben ist. Ausgebildet an der LMU war er sein ganzes Berufsleben an der TU München tätig und hat die Sektion „Soziologie und Ökologie" der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (später „Sektion Umweltsoziologie", heute „Sektion Umwelt- und Nachhaltigkeitssoziologie") zusammen mit Ulrich Beck gegründet. 

In den späten siebziger Jahren begleitete er die Entwicklung der Neuen Sozialen Bewegungen wissenschaftlich und etablierte zusammen mit FachkollegInnen einen darauf bezogenen neuen Forschungsschwerpunkt in den Politikwissenschaften. In den neunziger Jahren verlagerte sich sein Hauptinteresse in den Bereich der sozialwissenschaftlichen Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung. Seine Vorträge und Publikationen haben diese Arbeitsgebiete wegweisend geprägt.

Brand betonte die Notwendigkeit einer sozialökologischen Transformation und hinterfragte kritisch gängige Konzepte von „Nachhaltiger Entwicklung“. Als Anwendungsfelder interessierten ihn besonders die Agrarwende und der Bio-Markt. Den dort stattfindenden gesellschaftlichen Wandel hat er mit seinen Überlegungen umfassend begleitet und vorausschauend beschrieben.

Prof. Bernhard Freyer und Prof. Dr. Stefan Böschen würdigen seine wissenschaftliche Redlichkeit: „Sein fundiertes Theorieverständnis, das er als Werkzeug zur Interpretation sozialer Bewegungen heranzog und immer wieder neu überdachte und strukturierte, blieb nicht im rein Theoretischen verhaftet. Vielmehr wurde es, angetrieben durch die Diskurse mit Umweltökolog*innen und Agragier*innen, lebensweltlich immer wieder neu reformuliert.“ (Soziologie und Nachhaltigkeit – Beiträge zur sozial-ökologischen Transformationsforschung sun-blog.org)

Sein eigenes Erleben, dass sich das Leitbild der Nachhaltigkeit nur schwer popularisieren und gesellschaftlich verankern lässt, trieb ihn um. Brand argumentierte, dass Nachhaltigkeit eines der wichtigsten Transformationsprojekte unserer Zeit sei, und forderte eine kritische Auseinandersetzung mit den strukturellen Hindernissen einer echten sozial-ökologischen Wende. An der Münchner Projektgruppe für Sozialforschung (MPS) baute er den Forschungsschwerpunkt „Gesellschaft, Umwelt und nachhaltige Entwicklung“ auf, den er bis 2005 leitete. 

Einige der neueren Publikationen sind z.B. das Buch „Politik der Nachhaltigkeit - Voraussetzungen, Probleme, Chancen – eine kritische Diskussion“ das 2002 erschien und 2017 gab er das Handbuch „Die sozial-ökologische Transformation der Welt“ heraus. Zur Publikationsliste: https://www.sozialforschung.org/wordpress/index.html%3Fpage_id=1640.html

Wir behalten  Karl-Werner Brand in dankbarer Erinnerung. Seine Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit gegenüber den Menschen und  gesellschaftspolitischen Themen sind uns Vorbild für unser Handeln im Verein.


Infos von Mitgliedern

Unser Mitglied Uli Sorg hat bei einem Projekt-Workshop mitgewirkt, das die die zunehmende Wasserknappheit in Ostbayern untersucht, und dabei unsere 10 VfN-Thesen zum Wasser vorgestellt.

Die Probleme im Raum Straubing entstehen durch den Klimawandel, und noch viel mehr durch jahrzehntelange Entwässerung der Landschaft und die steigenden Wasserentnahmen in der Landwirtschaft. Beim Workshop am 6. Juli 2026 in Irlbach wurden erste Erkenntnisse diskutiert: Die Grundwasserstände sinken, Flüsse führen weniger Wasser, und selbst die besten Böden im Raum Straubing geraten an Bewirtschaftungsgrenzen.

Es braucht eine belastbare Wasserhaushaltsbilanz, dazu fehlen derzeit jedoch wichtige Daten. Kritisch von VfN-Seite bewertet wird die Idee, tiefere Grundwasservorräte als neue Wasserquelle zu erschließen, da diese laut geltenden Richtlinien der Wasserwirtschaftsverwaltung nur im Notfall genutzt werden sollen.

Der VfN ist sich mit einigen Teilnehmern einig: Eine Trendwende gelingt nur durch Rückbau großflächiger Drainagen, Anpassung der Kulturen und eine flächige Versickerung von Niederschlägen, um die Grundwasserneubildung zu stärken. Förderpolitisch könnte eine stärkere Honorierung von Gemeinwohlleistungen der Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag leisten.

 

 

Ein Dienst für Deutschland und Europa

Gerade wird in der Bundesregierung über einen Zivildienst nachgedacht. 

Wir im VfN haben bereits 2022 anlässlich des Ukraine-Krieges ein solches erarbeitet und in unserer Schrift MUTation Nr. 8 – „Nachhaltigkeit und Frieden“ publiziert.

Ein deutscher Zivildienst allein ist zu klein gedacht – er kann jedoch ein sinnvoller Einstieg sein. Angesichts der Fülle von Problemen (Klimawandel, Energiekrise, Migrationsdiskussion) und wachsender Unsicherheit brauchen wir keine isolierte Einzelmaßnahme, sondern ein umfassendes Konzept für eine nachhaltige (und wehrhafte) Gesellschaft, die zugleich zukunftsfähig ist und der Jugend einen Sinn aufzeigt.

Ein solcher Dienst sollte in seiner Gesamtheit ökologische, wirtschaftliche und soziale Aufgaben verbinden, wobei der Einzelne die Sparte selbst wählen soll. Junge Menschen könnten sich etwa im Klimaschutz, in der Pflege, im Katastrophenschutz oder in gemeinnützigen Projekten engagieren. Auch die Stärkung der Verteidigungs- und Krisenfähigkeit sollte als vierte freiwillige Möglichkeit dazugehören. Entscheidend ist, dass der Dienst nicht nur Arbeitskräfte bereitstellt, sondern Bildung, persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbindet.

Zunächst könnte ein solches Modell in Deutschland entwickelt und erprobt werden. Langfristig sollte daraus jedoch ein europäischer Dienst entstehen. Junge Menschen aus verschiedenen Ländern sollten auf Zeit in einem anderen EU-Staat leben und arbeiten. Sie würden dabei nicht nur praktische Erfahrungen sammeln, sondern auch andere Sprachen, Kulturen und Lebenswirklichkeiten kennenlernen. So würden europäische Werte wie Solidarität, Demokratie und gegenseitige Verantwortung unmittelbar erfahrbar, das würde den nationalistischen Kräften in den einzelnen Ländern Zug um Zug den Boden entziehen und den europäischen Gedanken wachsen lassen. Es lebe Europa!

Ein deutscher Dienst kann also der Anfang sein. Das Ziel sollte aber die größere Idee sein: die gemeinsame gesellschaftliche Kraftanstrengung für Nachhaltigkeit, Zusammenhalt und Sicherheit – zunächst national, dann europäisch.

Gemeinsam helfen, lernen und Verantwortung übernehmen: So kann eine junge Generation Deutschland und Europa zukunftsfähig gestalten.

Der Text steht auch online in unserem Heft:

https://nachhaltigkeit-ev.de/mutation-schriften-zur-nachhaltigkeit/137-mutation-8-nachhaltigkeit-und-frieden

 

Besonderer Geburtstag:

Satish Kumar, einer der wichtigsten Vertreter und Mitgestalter der Schumacher Gesellschaft feierte am 9. August seinen 90. Geburtstag. Er gründete 1991 das Schumacher College in Devon mit. Das College versteht sich ausdrücklich als Fortführung und praktische Umsetzung von Schumachers Denken. Ernst Friedrich Schumachers Buch“Small Is Beautiful“bildet eine der zentralen philosophischen Grundlagen des Colleges. Außerdem war er 43 Jahre Chefredakteur des „Resurgence“ über Jahrzehnte eine der einflussreichsten grünen Magazine der Welt. 
Seine eigenen Leitideen – etwa "Soil, Soul, Society" (Boden, Seele, Gesellschaft) – erweitern Schumachers Ansatz um eine stärkere spirituelle und ethische Dimension, bleiben aber eng mit dessen Kritik an Wachstumsdenken, Industrialisierung und materialistischem Wirtschaften verbunden.

Termine:

 

Veranstaltungen Ulrike Windsperger

 

14.09.2026 BMW vs. Klimaschutz ? – tut der Konzern genug beim Klimaschutz? 19:00h Münchner Zukunftssalon BMW vs Klimaschutz ? 14.09.2026 - Netzwerk Saubere Energie München

 

02.10.2026 Exkursion „Biomasse-Kraftwerk am Eggertshof“ Exkursion Biomasse-Kraftwerk Eggertshof 02.10.2026 - Netzwerk Saubere Energie München

 

3.10.2026 Aufstehen für Klimaschutz – Es brennt: Menschenkette von Potsdam nach Berlin und überall im Land. https://esbrennt.com/ Fragen gerne direkt an Maiken Winter (1.Vorsitzende bei WissenLeben e.V.) winter@wissenleben.de

 

6.10.2026 Die EU-Mission „Klimaneutrale und Smarte Städte“ – Herausforderungen und Chancen, auch für München. 19:00h Münchner Zukunftssalon  EU-Mission Klimaneutralität 06.10.2026 - Netzwerk Saubere Energie München

 

12.10.2026 Klimafreundliches Essen für ein gutes Leben (Referentinnen des Münchner Ernährungsrats), 19:00h Münchner Zukunftssalon 

 

15.10.2026 Der Klimafahrplan in der Bauleitplanung München – Klimaanpassung & Klimaresilienz Donnerstag, 19:00h Münchner Zukunftssalon, 

Klimafahrplan Bauleitplanung München 15.10.2026 - Netzwerk Saubere Energie München

 

16.10.2026 14:00 Beerdigung unseres Ehrenmitglieds Prof. Dr. Wolfgang Haber auf dem Waldfriedhof in Freising

 

26.10.2026,Klimaanpassung – Klimaräte im Gespräch 19:00 Uhr im Münchner Zukunftssalon, mit den zivilgesellschaftlichen Mitgliedern im „Münchner Klimarat: Ramón Arndt, Dr. Caroline Fischer, Hermann Hofstetter, Nora Holz, Jürgen Stephan, Lena Willimek Klimaanpassung: Klimaräte im Gespräch 26.10.2026 - Netzwerk Saubere Energie München

 

Bücher

Hoimar von Ditfurth (1985) So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen – Es ist soweit So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen – Wikipedia (Tipp von Hermann Wimmer)

 

Filme

 

https://www.bionity.com/de/news/1189340/europa-widerspruechliche-gesetze-bedrohen-artenvielfalt-und-ernaehrungssicherheit.html?xing_share=news

 

Nachhaltig? Aber Wie?! - Wissenschaft | ARTE

Geheimnisse unseres Gehirns - Wissenschaft | ARTE

Anthropozän - Der Beginn eines neuen Zeitalters? - Die ganze Doku | ARTE

- Filme zum Klimawandel und Energie

Agree to Disagree! - Geoengineering – Chemotherapie für den Planeten? | ARTE

Durchbruch: Deutsches Wasserstoff-Pulver kann die Energie-Krise lösen!

- Filme zu Ernährung, Land- und Forstwirtschaft

Gute Nachrichten vom Planeten - Wie wir Landwirtschaft nachhaltiger machen | ARTE

Revolution auf dem Acker - Wo die Zukunft wächst | ARTE

Warum Alte Bauern nie Schädlinge hatten — Die "Stock"-Methode

Gute Nachrichten vom Planeten - Wie wir Wälder retten | ARTE

China's Insane Breakthrough Just Replaced Plastic

(Studie zur Innovation Plastik aus Bambus  High-strength, multi-mode processable bamboo molecular bioplastic enabled by solvent-shaping regulation | Nature Communications)

- Filme zu Wirtschaft und Politik

Können Staaten endlos Schulden machen? - 42 - Die Antwort auf fast alles | ARTE

China quietly saved the world last month

Ihnen weiterhin schöne Sommertage

Es grüßt Ihr Vorstand

Joachim Hamberger
Thomas Schwab
Claudia Behringer 


Verein für Nachhaltigkeit e.V., Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 1, D-85354 Freising, Tel. 08161 - 787735

Registergericht: AG München, Registernummer: 202644, Steuernummer: 115/111/30273 

Mail: verein@nachhaltigkeit-ev.de   Webseite: https://nachhaltigkeit-ev.de/