Was heißt Nachhaltigkeit?

spitzahornNachhaltigkeit ist ein Fitmachen für die Zukunft. Nachhaltig handelt, wer heute Gestaltungsverantwortung für morgen übernimmt und einen gerechten Ausgleich zwischen Nord und Süd, Arm und Reich sucht. Das Prinzip Nachhaltigkeit zielt auf schonende Ressourcenbewirtschaftung durch die Vernetzung ökonomischer, ökologischer und kultureller Entwicklungsaspekte.

 

Woher kommt Nachhaltigkeit?

Zuerst wurde das Prinzip in der Waldnutzung entwickelt. Es braucht Jahrzehnte oder Jahrhunderte bis ein Wald zu nutzbarem Holz herangewachsen ist. Das erfordert ein langfristiges und generationenübergreifendes Denken. Dafür hat 1713 Hans-Carl von Carlowitz den Begriff für die Forstwirtschaft eingeführt. Nachhaltig heißt, nicht mehr Holz zu schlagen als nachwächst.

Wofür steht Nachhaltigkeit heute?

Bei der Konferenz von Rio (1992) hat sich die Völkergemeinschaft auf das Leitbild der Nachhaltigkeit verpflichtet. Seit dem gilt „sustainable development“ als Querschnittspolitik für Armutsbekämpfung, Ressourcenschonung und ein neues globales Wohlstandsmodell. Für diese Vision der Nachhaltigkeit wurde ein Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert (Agenda 21) als konkreter Fahrplan formuliert.

Ist Nachhaltigkeit (nur) ein Begriff!?

„Begriffe sind die Griffe, mit denen wir die Welt bewegen“ (Bertolt Brecht). Dies gelingt bei Nachhaltigkeit nur, wenn wir ihn nicht als beliebigen Breitbandbegriff verwenden. Als Dachbegriff schafft er hingegen eine Integration unterschiedlicher Bereiche. Erst durch vernetztes Denken kann Nachhaltigkeit gelingen..

Eine neue industrielle Revolution

Nachhaltigkeit erfordert eine Abkehr von dem fossilen Stoffwechsel unserer Lebens- und Wirtschaftsweise. Bis Mitte des Jahrhunderts brauchen wir eine Reduktion des CO2-Ausstoßes um 80–90%. Erfolgreiche Wirtschaft ist zunehmend dadurch definiert, dass sie sparsam und effizient mit Ressourcen umgeht. Eine neue Industrielle Revolution, diesmal mit ökologischer Zielsetzung, ist möglich. In Einzelbereichen – z.B. durch die Einführung von Katalysatoren – ist sie bereits gelungen. Nachhaltigkeit in den Alltag zu übersetzen ist anspruchsvoll, aber lohnend.